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Die 4 Stufen von Nebennierenschwäche

Anatomie der menschlichen NiereDer Begriff Nebennierenschwäche kann verwirrend sein, weil dieses Wort viele unterschiedliche Stufen der Erkrankung der Nebennieren beschreibt.

Die meisten Betroffenen erreichen niemals die letzte Stufe, sondern erholen sich von Stufe eins oder zwei. Meistens wird die Diagnose gar nicht gestellt.

Während der verschiedenen Stadien dieser Erkrankung können Hormon- und Neurotransmitter-Konzentrationen drastisch schwanken.

Um die Laboruntersuchungen, die zur Erkennung von Nebenniereninsuffizienz verwendet werden, korrekt zu interpretieren, ist es wichtig zu verstehen, wie die Systeme des Körpers während jeder dieser Stadien interagieren.

Erst dann können Sie die Stufe der Nebennierenschwäche ermitteln und einen geeigneten Behandlungsplan beginnen.

In jedem Stadium gibt es eine andere Kombination von Symptomen und unterschiedlichen Stresshormonen.

Die 4 Stadien von Nebennierenschwäche:

  • die beginnende Alarmphase
  • die weiterentwickelte Alarmphase
  • die „Widerstandsphase“
  • die Burnout Phase

Auf dieser Seite werde ich diese vier Stadien dieser Erkrankung zusammenfassen.

Wie Sie sehen werden, ist die allmähliche Entwicklung der Erschöpfung der Nebennieren ein komplexer Prozess. Sobald Sie wissen, welches Stadium Sie erreicht haben, können Sie einen Behandlungsplan starten.

Stadium 1: Beginn der Alarm-Phase 

Diese Phase beschreibt die unmittelbare Reaktion des Körpers auf Stress.

Wie an anderer Stelle auf dieser Seite erwähnt, kann dieser Stress eine bevorstehende körperliche Bedrohung sein, oder so etwas wie ein Vorstellungsgespräch oder Krankenhausaufenthalt.

Während dieser ersten Phase der Stressreaktion ist der Körper in der Lage, erhebliche Mengen der benötigten Hormone für die Stressreaktion zu produzieren.

Wenn Sie Labortests während dieser Phase machen würden, könnten sich erhöhte Niveaus von Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol, DHEA und Insulin zeigen.

Während dieser Phase werden Sie wahrscheinlich von einem Zustand der erhöhten Erregung und Wachsamkeit profitieren. Allerdings kann Ihr Schlaf schlechter werden und Sie können sich schon ständig müde fühlen.

Nur die wenigsten Menschen berichten von diesen Symptomen in dieser Stufe.

Stadium 2: Fortsetzung der „Alarm“ Phase

Während dieser zweiten Phase ist Ihr endokrines System noch ziemlich gut ausgestattet, um die notwendigen Hormone zu produzieren, die Sie benötigen.

Trotzdem beginnt jedoch das Niveau von DHEA und anderen Sexualhormonen zu fallen.

Das passiert, weil die Ressourcen die benötigt werden, um die Sexualhormone zu produzieren, zur Produktion von Stresshormonen wie Cortisol genutzt werden.

Während dieser Phase beginnen Sie, die Auswirkungen der Überanstrengung Ihrer Nebennieren zu spüren. Es stellt sich bei vielen das Gefühl „müde aber aufgedreht“ ein.

Während dieser Phase beginnen viele Menschen, eine ungesunde Abhängigkeit von Kaffee und Aufputschmitteln zu entwickeln.

Stadium 3: die Widerstandsphase

Während dieser Phase konzentriert sich Ihr endokrines System weiterhin auf die Herstellung von Stresshormonen auf Kosten von Sexualhormonen.

Dies bedeutet, dass Sie einen erheblichen Schwund von DHEA und Testosteron erfahren werden, weil diese Hormone zur Produktion von Cortisol verwendet werden.

An diesem Punkt ist der Mensch noch in der Lage zu funktionieren, seinem Job nachzugehen und ein fast normales Leben fortzusetzen. Der Mangel an vielen wichtigen Hormonen macht jedoch einen signifikanten Rückgang der Lebensqualität ausmachen.

Typische Symptome können regelmäßige Müdigkeit, ein Mangel an Begeisterung, regelmäßige Infektionen und ein niedriger Sexualtrieb sein.

Diese Phase kann für mehrere Monate oder sogar Jahre bestehen.

Stadium 4: der Zusammenbruch

Nach einiger Zeit kann der Körper einfach nicht mehr genug Stress-Hormone herzustellen und auch der Cortisol-Spiegel beginnt zu fallen. Nun sind die Spiegel der Sexualhormone und der Stresshormone stark vermindert. Auch die Menge der Neurotransmitter ist oft gering.

Dieser Mangelzustand an wichtigen Hormonen zeigt sich bei den betroffenen Menschen als „Burnout“. Das ist quasi der Zusammenbruch des Körpers infolge von jahrelanger Überproduktion von Stresshormonen.

Während dieser letzten Phase der Nebennierenschwäche leiden die Betroffenen unter extremer Müdigkeit, Mangel an Sexualtrieb, Reizbarkeit, Depression, Angst, Gewichtsverlust, Apathie und Desinteresse an der Welt um sie herum.

In der Tat hat dieser allgemeine Hormonmangel schwerwiegende Auswirkungen auf fast jeden Teil des Körpers. Eine Erholung von der vierten Stufe erfordert erhebliche Zeit, Geduld und oft eine komplette Veränderung des Lebensstils.

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